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Pressemitteilung der GVU vom 06. November 2012
Berlin, 6. November 2012. 150 Tagessätze zu je 20 Euro Geldstrafe hat ein Mann aus Lüneburg erhalten, der den BitTorrent-Tracker "The Independence Tracker" betrieben hatte. Das Amtsgericht Lüneburg sah es als erwiesen an, dass der heute 40-Jährige diese zentrale Steuerungseinheit eines Filesharing-Netzes gemeinsam mit zwei Mittätern aus Wolfenbüttel und Braunschweig zu gewerbsmäßigen Zwecken eingerichtet und unterhalten hat. Damit hätten die drei Männer zahlreichen Kunden und Nutzern den illegalen Austausch von urheberrechtlich geschützten Film- und Musikwerken ermöglicht, heißt es in dem inzwischen rechtskräftigen Strafbefehl gegen den Lüneburger.

Der heute 37-jährige Komplize aus Wolfenbüttel wurde in gleicher Sache im Januar 2011 zu 150 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Bereits im Juni 2010 erhielt der dritte im Bunde, ein heute 36- Jähriger aus Braunschweig, seine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 20 Euro. Alle drei Verurteilten sind nunmehr vorbestraft.

Angestoßen hatte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) dieses Verfahren im Jahr 2008. Nach deren Erkenntnissen handelte es sich bei dem "The Independence Tracker" um einen so genannten Anti-Leech- oder geschlossenen Tracker, zu dem Zugang nur nach erfolgter Registrierung gewährt wurde. Nutzer erlangten dort insbesondere illegalen Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Spiel- und Kinofilme sowie Playstation- und PC-Spiele in insgesamt 34 Kategorien. Dafür mussten sie diverse von den Betreibern aufgestellte Regeln befolgen. Diese befahlen den Mitgliedern unter anderem, Dateien mindestens 48 Stunden für andere zum Download zur Verfügung zu stellen, anderenfalls drohte die Verbannung aus dem Netzwerk. Gegen die Zahlung von 100 Euro oder mehr konnten sich die Teilnehmer jedoch Schutz vor solch einem Ausschluss erkaufen.

Sämtliche angemeldeten Trackermitglieder erhielten Mitte November 2008 eine unter der Adresse des Administrators versendete Email, nach der die GVU in dem Filesharing-Netz eingeloggt sei und mit Konsequenzen drohe. Um "nicht in den Knast zu kommen", so der Text, werde der Absender "alle Adressen verraten". Einige Stunden danach distanzierte sich das Team des Independence Trackers ebenfalls per Email von diesem Schreiben und gab an, die Trackerserver seien gehackt worden. Die GVU sei aber zu keinem Zeitpunkt auf diesen gewesen.

Vier Monate später mussten die Betreiber jedoch feststellen, dass ihr illegales Angebot bereits im Sommer desselben Jahres ins Visier der GVU geraten war. Allerdings interessierte sich die Organisation weniger für die Nutzer, sondern konzentrierte sich auf die Tracker-Verantwortlichen, gegen die sie im Juni 2008 Strafantrag stellte. Infolge der anschließenden Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft fanden dann am 18. März 2009 Durchsuchungen bei den drei Hauptverdächtigen statt. Dabei stellten die Kriminalbeamten diverse PC-Anlagen sicher und auf diesen die endgültigen Beweise für die begangenen Urheberrechtsverletzungen.



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