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Pressemitteilung von 26. November 2012
Berlin, 26. November 2012. Seit gestern berichten Medien von einer neuen Studie mit dem Titel "Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload". In deren Zusammenfassung geben die Autoren Christian Peukert und Jörg Claussen an, die Schließung von Megaupload habe in allen untersuchten 49 Ländern negative Auswirkungen auf die Umsätze in Kinos gehabt. Dies gelte für Filme mit durchschnittlicher oder unterdurchschnittlicher Kopienanzahl. Daraus leiten die Autoren die Vermutung ab, dass illegale Downloads werbende Effekte insbesondere für Spartenfilme hätten. Durch die Schließung von Megaupload sei diese Mundpropaganda zurückgegangen.

Dazu Christine Ehlers, Pressesprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU): "Da uns die Studie selbst nicht vorliegt, kennen wir auch das Studiendesign nicht. Wir sind aber sehr gespannt darauf zu lesen, wie die Autoren methodisch einen Kausalzusammenhang zwischen der Schließung von Megaupload und den Kinozahlen begründet haben." Wenn es darum gehe, einen Werbeeffekt von illegalen Downloads auf Kinobesuche nachzuweisen, fährt die GVU-Sprecherin fort, dann müssten nicht die Umsätze, sondern die Besucherzahlen als Messgröße zugrunde gelegt werden und ergänzt: "Die für Deutschland erhältlichen Zahlen widersprechen der These eindeutig. So konnte kein Rückgang bei den Kinobesucherzahlen festgestellt werden - im Gegenteil. Filme, die mit 200 Kopien oder weniger in den Kinos angelaufen sind, zogen im ersten Halbjahr 2012 sogar mehr Besucher in deutsche Kinos als in den beiden Vorjahren."

Nach den an den Verband der Filmverleiher (VdF) gemeldeten Zahlen liefen im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 180 Filme mit weniger als 200 Kopien in deutschen Kinos an. Diese wurden am Startwochenende von nahezu 2,2 Mio. Besucher angeschaut. Insgesamt gingen mehr als 18 Mio. Menschen für diese Filme ins Kino. Im Vergleichszeitraum 2011 starteten 143 solcher Filme, mit 1,5 Mio. Besuchern am Startwochenende und 6,9 Mio. Besuchern insgesamt. 2010 waren es 132 Filme mit weniger als 200 Kopien, die ebenfalls von 1,5 Mio. Besuchern am Startwochenende und gesamt 8,2 Mio. Kinogehern in deutschen Lichtspielhäusern angesehen wurden.



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