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Pressemitteilung der GVU vom 08. Feburar 2013
Berlin, 8. Februar 2013. Die systematische Verletzung von Urheberrechten ist in den letzten Jahren zunehmend zu einem Betätigungsfeld profitorientierter Krimineller geworden. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) hervor. Danach haben große illegale Contentverwerter ihr Angebot weiter ausgebaut und ermöglichen Internetnutzern Zugriff auf mehr als zwei Millionen unautorisierte Dateien mit Spielfilminhalten. Intransparente Strukturen, wie etwa der Einsatz von Anonymisierungsdiensten, im Ausland registrierte Firmengeflechte, das Anmieten von Speicherkapazitäten in Ländern mit unzureichendem Rechtsdurchsetzungsrahmen sowie die Vermietung von Werbeflächen an dubiose Dienstanbieter gehören zum Standardrepertoire der Seitenbetreiber.

Von den aktuell insgesamt 70 aktiven illegalen Online-Portalen im Visier der GVU haben die Verantwortlichen von derzeit 16 aktiven Streaming-Portalen im vergangenen Jahr durchschnittlich 31 Prozent mehr Verweise auf Kino- und Spielfilme auf ihre Seiten eingestellt. Die Betreiber illegaler Download-Portale mit externen Online-Speichern steigerten die durchschnittliche Linkanzahl sogar um 44 Prozent. Insgesamt 51 illegale Streaming- und Download-Portale konnten 2012 abgeschaltet werden.

Bei weitem den größten Umfang unter den illegalen Streaming-Portalen weist movie2k auf. Seit 2008 aktiv, ermöglichte es Ende 2012 unautorisiert Zugriff auf 24.200 Filme in diversen Sprachfassungen, davon annähernd 9.500 Werke mit deutscher Tonspur. Bis zum 02. Februar 2013 wurde dieser Katalog von den Portalverantwortlichen auf fast 27.000 eingetragene Filme vergrößert. Zu jedem Film können die Nutzer zwischen mehreren Kopien auf bis zu 17 Online-Speicherplätzen - so genannten Streamhostern - wählen.

Die Seite liegt auf Servern in Rumänien. Name und Sitz des Registrars sind durch Einsatz eines Anonymisierungsdienstes verborgen. Bei Aufruf von movie2k öffnen sich Werbungen für Glücksspiele, Erotikchats und für diverse Dienste, die eine kostenlose Nutzung des gewählten Films versprechen, zuvor jedoch eine Registrierung unter Angabe der Kreditkartennummer verlangen. Daneben wird auf der Seite aber auch ein neuer Internetauftritt eines bekannten Jugend- und Musik-TV-Netzwerks beworben.

Movie2k verzeichnete im vergangenen Jahr auch den größten Besucheranstieg: Ende 2011 lag dieses illegale Angebot im Alexa-Ranking, das die meist besuchten Seiten im Web ermittelt, auf Platz 58 der beliebtesten Internetseiten in Deutschland. Vor sechs Wochen belegte die Webseite Rang 35. Zum heutigen Tag ist movie2k auf Platz 22 der in Deutschland am häufigsten aufgesuchten Seiten aufgerückt. Damit hat dieses illegale Streaming-Angebot mehr Besucher als das soziale Netzwerk XING, die Internetseite des Online-Werbemarktplatzes AdScale und der Webauftritt des Übersetzungsdienstes Babylon.

Unter den 54 aktiven Download-Portalen unter Beobachtung der GVU ermöglichten Ende 2012 allein acht BitTorrent-Portale Zugriff auf insgesamt 561.577 illegale Filmdateien in so genannten Tauschbörsen. Das am häufigsten besuchte BitTorrent-Portal "torrent.to" ist angeblich auf Internetrechnern auf den Seychellen gespeichert. Informationen zur Identität der Seitenverantwortlichen sind vollständig verdunkelt. Seine Werbeflächen hat Torrent.to aktuell an einen Zugangsanbieter zum Usenet vermietet, der einem österreichischen Internetunternehmer zuzurechnen ist. Diesen benannten mehrere der verurteilten kino.to-Verantwortlichen vor Gericht als Hintermann und Finanzier ihres illegalen Portals.


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